Projekt

Das Ziel

Das Ziel des Projektes ist regionaler, grüner Wasserstoff als nachhaltiges Produkt aus der Region für die Region.

Die lokal erzeugte Energie aus Sonne und Wind lokal und nachhaltig zu nutzen, ist ein Thema, mit dem sich in der Gemeinde Kalletal schon seit längerer Zeit befasst wird. Der Hintergrund sind die zahlreichen Erneuerbaren Energie (EE) Anlagen. In Kalletal werden mehr als 220% des Stroms aus EE-Anlagen erzeugt. Damit ist Kalletal Nettostromexporteur.

Die Idee den Autarkiegrad zu erhöhen, indem der lokale Strom in Wasserstoff gespeichert wird, brachte die Gemeinde Kalletal und den Kreis Herford zusammen. Der Kreis Herford ist bereits seit Jahren im Wasserstoffnetzwerk HyDrive OWL aktiv. In diesem Netzwerk wurde ein Konzept für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur für Ostwestfalen-Lippe (OWL) entwickelt. Im Kreis Herford beträgt der Anteil an EE nur wenige Prozent (< 18%). Jedoch besteht durch zahlreiche Unternehmen, insbesondere Logistikunternehmen, ein hohes Potential an Wasserstoffnutzern in der Region.

Der Aufbau einer lokalen Wasserstoffwertschöpfungskette für die Region ist das Ziel. Der Wasserstoff soll aus Kalletaler grünem Strom erzeugt und im Kreis Herford genutzt werden. Im Projekt wird über kommunale Grenzen hinweg gearbeitet, um Synergieeffekte zum größtmöglichen Teil zu nutzen. Dies wird als Beispiel und Blaupause dienen, wie ländliche und städtische Räume vom Miteinander profitieren können.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist es, seine Nachhaltigkeit zu prüfen. Daher wird der kommunale Nachhaltigkeitskompass für die Messung dieser im Rahmen des Projektes eingesetzt. Die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) hat den kommunalen Nachhaltigkeitskompass entwickelt, der im Rahmen des Projektes Anwendung findet.

Der Projekttitel

Wenn Sie Zeit haben und sich „Sektorale Dekarbonisierungsoption mit Wirkungspotential im URBANLAND Ostwestfalen-Lippe“ merken können, dann nennen Sie das Projekt gerne so. Es geht aber auch „Sektorkopplung“ oder „das Wasserstoffprojekt“.

Warum der sperrige Name „Sektorale Dekarbonisierungsoption mit Wirkungspotential im URBANLAND Ostwestfalen-Lippe“? Weil die Projektidee von Beginn an so umfangreich war, und so viel in den Projekttitel untergebracht werden konnte.

Was steckt alles im Titel?

Durch das Adjektiv „sektoral“ wird auf die vier Sektoren, in die der Endenergieverbrauch aufgeschlüsselt wird, verwiesen:

  • private Haushalte,
  • Gewerbe, Handel und Dienstleistungen,
  • Industrie sowie
  • Verkehr.

Dies unterstreicht, dass die vier Sektoren nicht voneinander isoliert zu betrachten sind.

Mit „Dekarbonisierungsoption“ wird darauf verwiesen, dass dieses Projekt einen Beitrag zur Klimaneutralität bis 2045 leisten wird, aber gleichzeitig nicht der Anspruch erhoben wird, dass das im Rahmen des Projektes entwickelte Umsetzungskonzept der einzige Weg zur CO2-Reduktion ist.

Im Vorhaben wird nicht nur ein Konzept für die Region Herford-Kalletal erarbeitet. Das umgesetzte Konzept soll als Leuchtturm für das URBANLAND dienen. Der Kunstbegriff des URBANLAND verweist auf die Struktur in der Region, die durch den fließenden Übergang von städtischen und ländlichen Räumen geprägt ist, wie es in zahlreichen Gegenden in Deutschland der Fall ist, unter anderem in Ostwestfalen-Lippe.

Die Zukunft

Was ist nun geplant und soll als Nächstes bis 2028 umgesetzt werden?

  • Entwicklung und Kommunikation von digitalen Lernformaten (sog. Lernnuggets) zur Wissensvermittlung rund um das Thema Wasserstoff an Schulen, in der Bevölkerung, etc.
  • Wasserstofftankstelle (mobile HRS) soll in Hiddenhausen (Kreis Herford) nahe der Autobahn A30 realisiert werden
  • Anschaffung eines Wasserstoff-Busses im ÖPNV der Verkehrsgesellschaft Herford
  • Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, Vorantreiben der stadtpla­ne­rischen Entwicklung des Gewerbegebietes, wo die Elektrolyseanlage geplant ist
  • Untersuchung und Koordination, ob Abwärme des Elektrolyseurs in der kommunalen Wärmeplanung mitberücksichtig und im Wärmenetz genutzt werden kann